Mindsharing
Geteilte Expertise führt zu qualitätsvollen Entscheidungen: Das ist der Ausgangspunkt der Verbindenden Entscheidungsfindung. Eine schnelle und praktische Art, mit Fachleuten einen starken Vorschlag zu erarbeiten, der bei allen Beteiligten (Entwickler, Umsetzende, Kunden …) hohe Akzeptanz hat.
Vom Thema gefesselt, fiel mein Blick auf das Buch „Mindsharing” (Lior Zoref, 2015). Schnell zeigte sich: Lior Zoref behandelt vor allem das Online-Teilen von Information (Ideen, Erfahrungen) und zeigt, wie das zu qualitätsvollen Entscheidungen einer einzelnen Person führen kann. Überraschend, wie viele Parallelen es zu unserem Konzept der Verbindenden Kommunikation gibt.
Kollektive Intelligenz
So wie Francis Galton 1907 das Gewicht eines Ochsen von der umstehenden Menge schätzen ließ, wiederholt Lior Zoref das Schätzexperiment mit seinem TEDx-Publikum. Und raten Sie mal … Es gab Schätzungen, die er lächerlich hoch und lächerlich niedrig fand, aber der Durchschnitt lag nur ein Kilo daneben.
Eine große Gruppe Laien kann – nicht nur in diesem Experiment – mit einer Genauigkeit schätzen, die den Rat von Experten übertrifft.
Das stimmt nachdenklich, was kollektive Intelligenz bedeuten kann, wenn wir sie nicht nur für Schätzungen einsetzen, sondern für das Erzeugen von Ideen und das Finden von Lösungen.
Ihr Netzwerk nutzen, um Fragen zu beantworten und Träume zu verwirklichen
Das Buch „Mindsharing” enthält nicht nur eine Reihe lebendiger Beispiele dafür, was es bringen kann, das eigene Netzwerk (und das von Freunden) anzusprechen. Vor allem ist das Buch selbst das Ergebnis von Co-Creation. Irgendwann teilt Lior seinen Traum, seine Expertise zu Mindsharing zu teilen. Sein Netzwerk gibt ihm den Anstoß, daraus etwas zu machen. Im Verlauf hält er sein Publikum nicht nur auf dem Laufenden, sondern fragt auch ganz konkret um Rat: Was wäre eine gute Einleitung, Tipps für die letzte Strecke …
Ein paar andere Beispiele, die meine Fantasie ansprachen:
- Einen Praktikumsplatz finden, um die Arbeit in einer anderen Branche kennenzulernen;
- Patientendaten von Patienten selbst teilen, wodurch besondere Nebenwirkungen sichtbar werden;
- Unterstützung und Vorschläge bekommen nach einem persönlichen Zeugnis;
- Begrenzte Aufträge finden, um Erfahrung in einem neuen Beruf zu sammeln;
- …
Ein paar Tipps, wenn Sie loslegen wollen
Wenn Sie Ihr Netzwerk nutzen wollen, um Ideen und Lösungen zu finden, gibt es einige Voraussetzungen:
- Ihre Gruppe muss groß genug sein (>250 Personen);
- Beitragende sollten unabhängige, frei denkende Individuen sein;
- Ihre Gruppe muss engagiert genug sein, um teilen zu wollen (und weiter zu teilen);
- Die Frage muss klar sein (kurz und knapp).
Ann Ceyssens