Kommunikation

Wann landet Verbindende Kommunikation gut in einer Organisation?

· von Human Matters · 4 Min. Lesezeit
Empathie Feedback Kommunikation Führung Gefühle

Verbindende Kommunikation (VK) ist ein kraftvolles Konzept. Die Wirkungen sind besonders: Teams funktionieren besser, Mitarbeitende sind motiviert, ihr Bestes zu geben, interne und externe Dienstleistungen steigen deutlich in der Qualität – und die Organisation hat spürbar mehr begeisterte und zufriedene Mitarbeitende.

Einige Ausgangspunkte machen klar, in welchem Kontext Verbindende Kommunikation gut landet.

Menschen tun gerne „gute” Arbeit

Ein wichtiger Ausgangspunkt: Menschen tun gerne sinnvolle Arbeit und haben Freude daran, gute Qualität zu liefern. Wenn Mitarbeitende sehen, dass sie mit ihrer Arbeit zur Freude einer anderen Person (Kunde oder Kollegin) beitragen, ziehen sie daraus Erfüllung. Je mehr die Unternehmenskultur darauf zielt, dass Mitarbeitende Freude an guter Arbeit haben, desto stärker richtet sich Führung darauf, die natürliche Veranlagung zu guter Arbeit zu fördern.

Gemeinsam sind wir stärker

In der VK wählen wir „power with”. Gemeinsam Vereinbarungen zu treffen, in denen jede Beteiligte respektiert wird, sorgt für bessere Qualität und mehr Arbeitsfreude. „Power with” steht dem „power over” gegenüber, in dem Menschen ihre Macht nutzen, andere etwas tun zu lassen. Bei „power over” verlieren Menschen viel Energie damit, andere zu kontrollieren und zu beeinflussen. Wer die Macht anderer erträgt, verliert oft die natürliche Motivation und richtet seine Energie auf Widerstand, Rebellion und Minimalismus.

Bedeutung von Bedürfnissen und Werten

In der VK ist Verhalten und Kommunikation immer auf das Erfüllen eigener Bedürfnisse ausgerichtet. Wenn eine Organisation bestimmte Bedürfnisse nicht respektiert, sorgen Menschen oft auf eigenwillige Weise dafür. Wichtige Bedürfnisse, für die eine Organisation sorgen kann:

Autonomie

Mit einer gewissen Freiheit in der Arbeit zeigen Mitarbeitende mehr Kreativität und Energie.

Klarheit

Klarheit über Ziele, Erwartungen, ausreichende Information sorgt dafür, dass Mitarbeitende sich sicher fühlen. Frust entsteht oft, wenn Information fehlt.

Verständnis

Manchmal arbeiten Menschen unter weniger angenehmen Umständen. Wenn sie klagen, ist das nicht immer ein impliziter Wunsch nach besseren Bedingungen, sondern eine Art, gehört zu werden. Authentisches Zuhören für die Klagen von Menschen, die unangenehme Arbeit tun, sorgt dafür, dass sie sich gehört und anerkannt fühlen. Selbstverständlich ist es sinnvoll, Bedingungen, wo möglich, optimal zu machen.

Leichtigkeit

Moderne Technologie bietet viele Möglichkeiten zur Vereinfachung. Die menschliche Natur strebt nach möglichst leichter Arbeit. Das Bedürfnis nach Leichtigkeit und Komfort zu unterstützen, sorgt für mehr Engagement und Zufriedenheit.

Sicherheit

Die meisten Unternehmen sorgen über gesetzliche Normen für Sicherheit. Das weitere Suchen nach gesunden Bedingungen beruhigt Mitarbeitende.

Lernen/Bildung

Menschen haben ein natürliches Bedürfnis, Neues zu lernen. Ein breites Angebot an Schulung und Bildung, in dem jede Person ihre Lernbedürfnisse erfüllen kann, sorgt für engagierte, zufriedene Mitarbeitende.

Sinn

Die meisten Menschen ziehen Erfüllung daraus, etwas Sinnvolles zu tun. Wenn Arbeit für die eigene Existenz mit sinnvoller Arbeit zusammenfallen kann, sind Mitarbeitende super motiviert. Den Mehrwert der Arbeit zu betonen und systematisch Feedback dazu zu geben, lässt sehen, dass das Tun auch im großen Ganzen Bedeutung hat.

Liebe/Freundschaft

Für die meisten ist das Leben neben der Arbeit eine Quelle von Lebensfreude. (Junge) Eltern brauchen viel Raum, sich um ihre Familien zu kümmern. Unternehmen, die das berücksichtigen und eine „familienfreundliche” Politik verfolgen, in der Mitarbeitende eine vollwertige Funktion mit der Sorge für eine Familie verbinden können, motivieren eine große Zielgruppe zu Respekt und Engagement für das eigene Unternehmen.

Starke, bewusste Führungskräfte

Organisationen, in denen Verbindende Kommunikation gut landet, werden von Menschen geführt, die selbst von ihrem Wert überzeugt sind. Sie leben die Werte und Merkmale der VK vor und tragen sie weiter. Aus der Unternehmenspsychologie wissen wir, dass solche Kulturelemente nur top-down eingeführt werden können. Das setzt Führungskräfte voraus, die sich der eigenen Werte bewusst sind und aus einer Art innerer Ruhe und Weisheit führen. Für Führungskräfte ist die Fähigkeit zur Selbstempathie – fühlen und sich mit den eigenen Bedürfnissen und Werten verbinden – eine Schlüsselkompetenz. Diese Fähigkeit ermöglicht empathisches Zuhören und beseelte Richtungsgebung. In ihrer Kommunikation inspirieren sie Mitarbeitende, auf die gleiche verbindende Art mit anderen und mit sich zu kommunizieren.

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