Verschiedene Formen von Macht
Inspiriert von Marshall Rosenberg, Brené Brown und den HR-Mitarbeitenden der Politiezone Antwerpen haben wir den folgenden Überblick über fünf Formen von Macht entwickelt. Es lohnte sich, bei diesen Formen innezuhalten – wir teilen den Überblick gern.
Dunkelrot symbolisiert Machtgebrauch durch Gewalt und Dominanz. Die Richtung des grünen Pfeils zeigt, dass Macht durch Dialog und Austausch zu bevorzugen ist.
Über „power with(in)” streben wir an, aus Dialog und gegenseitigem Verständnis zu kommunizieren. Das heißt: Alles, was passiert, wird im Austausch vereinbart:
- Vereinbarungen sind wechselseitig und werden mit Zustimmung aller getroffen.
- Wie zusammengearbeitet wird, wird untereinander abgestimmt. Es wird regelmäßig geprüft, wie sich alle in einer Situation fühlen.
- Widerstand und Frust führen zu Austausch und Lösungssuche.
Beispiele: einander Feedback geben, Projekte gemeinsam auswerten, bei Konflikten gemeinsam Lösungen suchen.
Die „power to”-Variante wird genutzt, wenn Dialog wegen Zeitmangel nicht möglich ist oder wenn Verantwortung für eine Entscheidung nicht geteilt werden kann. Es werden klare Regeln gesetzt. Bestimmte Handlungen werden aus Anweisungen heraus ausgeführt. Wichtig dabei:
- Konkret sagen, was geschehen muss.
- Erklären, warum es geschehen muss.
- Klar machen, dass das Erwartete zu langfristigen Zielen beiträgt.
Beispiele: Kinder gehen ins Bett, wenn Schlafenszeit ist; Unternehmer reichen ihre Buchhaltung nach klaren Regeln ein; Mitarbeitende in der Industrie folgen klaren Sicherheitsregeln und dürfen davon nicht abweichen; Polizisten führen eine Alkoholkontrolle nach konkreten Vorgaben durch.
Der „protective use of power” wird nur eingesetzt, wenn die zwei vorherigen Varianten nicht greifen. Macht wird genutzt, um Schaden zu begrenzen. Wichtig: Der Fokus liegt auf Schützen, nicht auf Bestrafen. Wichtig:
- Grenzen früh anzeigen.
- Eventuell die dahinterliegenden Gründe wiederholen.
- Klar sagen, welches Verhalten nicht erwünscht ist.
- Klar sagen, was geschehen soll.
Beispiele: Wiedergutmachungsstrafen, in denen Täter wiederherstellen, was sie beschädigt haben; jemanden von einer Aufgabe nehmen, um negative Folgen zu vermeiden; Schüler, die handgreiflich werden, voneinander trennen.
Beim Machtgebrauch aus „power over” geschieht das Befolgen von Regeln und Verboten vor allem aus extrinsischer Motivation. Aus Verbindender Kommunikation heraus haben wir dazu Bedenken:
- Die innere Motivation, etwas zu tun, verschwindet oder weicht von den Zielen der Organisation ab.
- Die Fähigkeit, aus Verantwortung zu handeln, wird nicht angeregt und kann sich nicht entwickeln.
- Wenn Organisationen aus „power over” laufen, entsteht ein interner Machtkampf. Diese Dynamik zieht viel Energie weg von der Arbeit an der Mission.
- Die Entwicklung im Umgang mit den eigenen Emotionen und denen anderer wird gebremst – die Fähigkeit zu Empathie kaum entwickelt.
- Langes Ertragen von „power over” wirkt schädlich auf das Übernehmen von Verantwortung. Tun und Lassen bleiben abhängig von äußerer Zustimmung.
- Handeln und Kommunizieren aus dem Vermeiden von Schuld und Scham heraus erzeugt ein geringes Selbstbild.
Vielleicht inspiriert Sie dieser Überblick auch, zu sehen, wie Sie mit Macht umgehen wollen – als Elternteil, Partner, Kollege oder Führungskraft.